Netzwerkprojekt und Jugendmaßnahme „Martinskirche“

Die Jugendmaßnahme „Martinskirche“ begann als Netzwerkprojekt am 01.11.2006 und war zunächst bis 31.10.2008 geplant. Neun Träger schlossen sich in einem Verbund zusammen. Wobei die BVIK gGmbH Hauptträger dieses Projektes war (Koordinierungs- und Abrechnungsstelle).

Die KöBeG kümmerte sich um die Technische Projektleitung, d.h. um die auszuführenden Tätigkeiten und stellten entsprechende Fachkräfte zur Verfügung (Metall- und Holzbearbeitung, Farb- und Raumgestaltung). Abgesehen von den Trägern wurde das Projekt noch von verschiedenen Instanzen der Stadt Köthen, der Hochschule Anhalt, dem Landrat und fachlich durch das Landesamt für Denkmalpflege unterstützt.

Ortsansässige Firmen waren für die Ausführung von Facharbeiten zuständig. Die Kirche stand lange Zeit leer und sollte nun nach einem Nutzungskonzept der Hochschule umgestaltet werden.

In den zwei Monaten des Jahres 2006 hatten wir als ausführender Träger noch nicht viel zu tun. Die Jugendlichen durchliefen zunächst ein Grundprofiling bei den anderen Trägern.

Im Dezember erfolgte eine Rundfahrt, bei welcher die Teilnehmer ihre zukünftigen Einsatzstellen und Ansprechpartner
kennenlernen konnten.

Umgestaltung des Spielplatzes in Aken

Am 1.07.2006 begann mit 25 Jugendlichen die Umgestaltung des Spielplatzes in Aken. Die hier beschäftigten Jugendlichen, zumeist ohne abgeschlossene Berufsausbildung, sollten sich in verschiedenen Bereichen der Maßnahme ausprobieren und somit feststellen, welche Tätigkeiten ihnen am ehesten liegen und ihnen den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt erleichtern.

Gemeinsam mit den Jugendlichen wurde das Konzept für den Spielplatz erarbeitet. Die Jugendlichen wurden in verschiedenen Bereichen mit den Schwerpunkten Bauhauptgewerke qualifiziert.

Eine der Herausforderungen war die selbstständige Umsetzung des Themas „Blaues Band“. Der Schwerpunkt der Maßnahme blieb jedoch die Umgestaltung des Spielplatzes.

Die eingebrachten Spielgeräte wurden weitestgehend in unseren Werkstätten hergestellt und vor Ort montiert. Die Realisierung der Maßnahme wurde von der Fachhochschule Anhalt begleitet.

Seebad Edderitz

Mit der Bewilligung der Maßnahme „Verbesserung der touristischen Infrastruktur des Seebades Edderitz“ mit 8 Teilnehmern ab 20.03.2006 konnten wir den Seebadbetrieb unterstützen und den Besuchern ein angenehmes sauberes Umfeld präsentieren.

Das Kassenhäuschen wurde ansprechend hergerichtet und bereits vorhandene Pflanzungen gepflegt.

Da diese Maßnahme, wie bereits erwähnt, überwiegend der Absicherung des Seebadbetriebes galt, wurde am 15.04.2006 eine weitere Maßnahme begonnen die sich hauptsächlich mit der Umfeldgestaltung des Edderitzer See befasste.

Mit zwölf Teilnehmern wurde die Schaffung eines Löschwasserteiches realisiert sowie die Fertigstellung der „Ritterburg“. Die Errichtung eines Geologischen Lehrpfades war sprichwörtlich ein Meilenstein in der Geschichte des Seebads.

Aufarbeitung musealer Gegenstände

Ab dem 1.2.2006 begannen wir in der Holz- und Metallwerkstatt mit 6 Teilnehmern mit der Aufarbeitung musealer Gegenstände, welche uns von verschiedenen Einrichtungen zur Verfügung gestellt wurden.

Nebeneffekt der Erneuerung war, dass die Teilnehmer dieser Maßnahme ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Bereich Holzbearbeitung und Metallbearbeitung ausbauen konnten.

Besonders hervorheben möchten wir die Erneuerung des Schlittens, welcher vom Köthener Weihnachtmann genutzt wird. Der Schlitten war doch schon sehr marode, so dass eine Runderneuerung mehr als notwendig war.

Nach Fertigstellung des Schlittens, in der Anschlussmaßnahme vom 01.08.2006 – 31.03.2007 ebenfalls mit 6 Teilnehmern, wurde dieser an den Weihnachtsmann und sein Rentier übergeben.

Weiterhin wurden eine Feuerwehrleiter, einen Häcksler und diverse andere Gegenstände in unseren Werkstätten sorgfältig in einen vorzeigbaren Zustand versetzt.

Renaturierung der Bahntrasse Edderitz-Gröbzig

Vom 12.09.2005 bis 11.03.2006 wurde die alte Bahntrasse von Gröbzig nach Edderitz 6 unserer Teilnehmer renaturiert.  Die Pflanzung und nachträgliche Pflege von ca.3.000 Bäumen und Sträuchern war Hauptbestandteil der Maßnahme. Die Pflanzung erfolgte nach festgelegtem Pflanzplan. Ein Wildverbiss zum Schutz der Neupflanzungen sowie eine Benjeshecke aus Totholz als natürlicher Schutz der Anpflanzungen wurden eingebaut.

Insgesamt wurden die geplanten 600 Stieleichen, 100 Stück Feldahorn, 200 Stück Eschen und 100 Stück Roterlen eingesetzt. Die Strauchreiche links und rechts der Bahntrasse wurde mit ca. 2000 mittelhohen Sträuchern bepflanzt.

Instandsetzung der Kirche Görzig  

Im Dezember 2005 unterstützten wir die Evangelische Kirchengemeinde Görzig bei den Aufräumungs- und Instandsetzungsarbeiten
des Kirchengebäudes. Ziel war es, das denkmalgeschützte Gebäude für geistliche und kulturelle Veranstaltungen so herzurichten, dass das gesamte Dorf seine Kirche wieder nutzen konnte.

In den ersten Wochen wurde das Kirchenschiff von Unrat und Müll befreit und mit der Durchführung der Säuberung im gesamten Kircheninnern begonnen. Anschließend wurde das Kirchengestühl ausgebaut und eingelagert. Neu gestrichene Wände wurden abgedeckt und die Arbeiten an der Empore begannen. Es wurden alte Farbreste beseitigt und der Untergrund abgeschliffen. Schadhafte Stellen wurden ausgetauscht und Unebenheiten ausgespachtelt. Nun konnte eine Malerfirma mit der Farbgebung des Innenbereichs beginnen. Der Fußboden wurde nach Beratungen mit der Denkmalbehörde von einer Tischlerfachfirma begradigt. Die Beschichtung erfolgte durch die Teilnehmer.

Ab Dezember 2005 wurden die ausgelagerten Bänke wieder in den Kirchenraum gebracht und einzeln ausgerichtet. Dabei wurde festgestellt, dass kleine Holzreparaturen nötig waren. Diese wurden dann von den Teilnehmern ausgeführt. Durch eine Maßnahmeerweiterung war es möglich, auch das gesamte Umfeld der Kirche zu sanieren.

Mit dem Ergebnis der Maßnahme waren alle Beteiligten, der Pfarrer, die gesamte Gemeinde, die Denkmalbehörde und die Teilnehmer sehr zufrieden. Es wurde möglich, dass die Gemeinde am 24.12.2005 zum ersten Mal wieder eine Christmesse in dieser Kirche halten konnte.

Zahlen, Daten, Fakten 2005

Im Gründungsjahr konnten insgesamt 37 geförderte Maßnahmen mit 246 Teilnehmern beginnen. 36 Maßnahmen mit 226 Teilnehmern endeten im Jahr 2006. 1 Maßnahme mit 20 Teilnehmern endete am 31.12.2005. Davon waren 6 Maßnahmen ABM mit 22 Teilnehmern gefördert durch das Jobcenter SGB II und einer zusätzlichen Förderung durch den Europäischen Sozialfonds im Rahmen eines Kommunalprogrammes des Landes.

31 Maßnahmen mit 224 Teilnehmern wurden durch das Jobcenter SGB II im Rahmen einer AGH mit Mehraufwandsentschädigung
(1 € Job -Maßnahme) gefördert.

Maßnahmen Grüner Bereich

  • Renaturierungsarbeiten, Verbesserung
    touristischer Infrastruktur
  • 7 Maßnahmen mit 71 Teilnehmern

Ortsbildverbessernde Maßnahmen

  • Gestaltung und Erhaltung von Grün-und Parkanlagen, Instandsetzung von Wegen und Plätzen
  • 6 Maßnahmen mit 59 Teilnehmern

Maßnahmen im sozialen Bereich / Beratungs- und Betreuungsmaßnahmen

Darunter sind Betreuung von Kindern- und Jugendlichen in Jugendeinrichtungen der Orte, Seniorenbetreuung, Betreuung schwerbehinderter Schüler in der Hartmann-Schule, Betreuung von Migranten und Begleitdienste der zu betreuenden Personen zu verstehen.

8 Maßnahmen mit 21 Teilnehmern

Maßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden und Einrichtungen

Verschönerung und Instandsetzung von Kirchengebäuden, Helfer bei Denkmalschutzmaßnahmen und bei der Einrichtung von offenen Kirchen

3 Maßnahmen mit 17 Teilnehmern

Maßnahmen zur Unterstützung der Sport-, Jugendsport und Vereinsarbeiten

Unterstützung der Vereinsarbeiten in Sportvereinen des Altlandkreises, Hilfe bei Umgestaltung von Sportanlagen

5 Maßnahmen mit 50 Teilnehmern

Sonstige Maßnahmen

Unterstützung hausmeisterliche Tätigkeiten an Schulen und Kindereinrichtungen, Unterstützung der Arbeit in Bibliotheken und bei der Arbeit mit Medien, Erstellen von Verkehrszeichenkataster, Hilfe bei der Eindämmung der Massenvermehrung von Feldmäusen

8 Maßnahmen mit 35 Teilnehmern

Verbesserung der touristischen Infrastruktur des Seebades Edderitz

Zu den ersten Leistungen zählte die Erneuerung der beiden Pfeiler der ehemaligen Werkszufahrt der alten Zuckerfabrik.

Die Teilnehmer unterstützten den Verein bei der Absicherung des Seebadbetriebes durch Ordnertätigkeiten bei der Sicherung der Öffnungszeiten und auf den Parkplätzen.

Von den Teilnehmern wurde u.a. ein Grillplatz am Fußballplatz hergestellt, Umkleidekabinen aufgestellt und farblich neu gestaltet, ein Beach-Volleyballplatz angelegt und die Weiterführung des Trimm-Dich-Pfades mit Stationen wie zum Bsp. den Bereich Liegestütze, Balancieren und Seitensprung vorgenommen.

Weiterentwicklung des Freibad Glauzig

Die ersten Maßnahmen der  KoeBeG begannen am 13.05.2005. Eine davon war im Freibad Glauzig, mit 3 Teilnehmern. Das Ziel der Maßnahme war die Weiterentwicklung des zu einer sportlichen und touristischen Einrichtung. Wichtigstes Augenmerk galt dabei der Umgestaltung des Grillplatzes und die „Trockenlegung“ des Parkplatzes.

Der Grillplatz bekam eine moderne Grillhütte, deren Holzkonstruktion durch eine Holzbaufirma errichtet wurde. Das Umfeld des Grillplatzes wurde neu gestaltet und ein Holzzaun als Begrenzung zum Campingplatz errichtet.

Da der Parkplatz häufig „unter Wasser“ stand, wurde zunächst eine Dränage zur Trockenhaltung errichtet. Es wurden Begrenzungssteine verlegt, Hinweistafeln errichtet und die Grünflächen neu angelegt. Die Bänke und sonstigen Metallteile der Anlage erhielten einen neuen Farbanstrich und kleinere Ausbesserungsarbeiten an den Außeneinrichtungen wurden durchgeführt. Die Pflege der Bäume und Sträucher war während der Maßnahme ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Arbeiten.

Gründung der Gesellschaft

Wir – Die Köthener Beschäftigungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft mbH – sind eine 100%-ige Tochtergesellschaft der VHS – Bildungswerk GmbH und damit ein weiteres Beteiligungsunternehmen der DAA – Stiftung Bildung und Beruf.

Am 19.04.2005 wurde der Gesellschaftervertrag unterschrieben und notariell beglaubigt. Mit dem Eintrag in das Handelsregister am 25.04.2005 war die Gesellschaft offiziell gegründet und handlungsfähig.

Seit diesem Tag beschäftigen wir uns mit der Förderung erwerbsfähiger Hilfebedürftiger und konzentrieren uns dabei besonders auf die Planung und Durchführung von Maßnahmen und Projekten mit der Zielsetzung, erwerbsfähige Arbeitssuchende so schnell wie möglich wieder in das Berufsleben zu integrieren.

Unser Team war zunächst recht klein und bestand aus 10 festangestellten Mitarbeitern. Dieses Team war bestrebt, all unsere Maßnahmen nach den strengen gesetzlichen Vorgaben durchzuführen. D. h. unsere Maßnahmen waren und sind alle gemeinnützig, dienen dem öffentlichen Interesse, sind zusätzlich und wettbewerbsneutral gegenüber dem ersten Arbeitsmarkt.
Der Erfolg unserer Gesellschaft zeigt sich in immer wiederkehrenden Beauftragungen.